Leaky-Gut-Syndrom- wenn der Darm nicht mehr dicht hält

Unser Magen-Darm-Trakt stellt die größte Grenzfläche zur Außenwelt dar.

Jährlich werden (beim Erwachsenen) ungefähr 1Tonne Nährstoffe durch diesen "Grenzwall" transportiert. Die Darmschleimhaut stellt eine effiziente Schutzbarriere gegenüber der Aufnahme von unzureichend gespaltenen Nahrungsbestandteilen und diversen Gift- und Schadstoffen dar. Sie wirkt wie ein Filter und wacht strengstens darüber, was in den Körper aufgenommen wird und was draußen bleiben und über den Stuhl ausgeschieden werden muss.

Die Verbindungszonen zwischen den Zellen (Desmosomen und Tight junctions) sind bei einer gesunden Schleimhaut dicht und undurchdringlich; der Organismus wird auf diese Weise vor schädlichen Eindringlingen bewahrt.

Es gibt sehr viele Medikamente, die einen schädigenden Einfluss auf die Darmschleimhaut und diese Verbindungszonen haben. Antibiotika werden sehr häufig verordnet und entsprechend des Wirkspektrums, werden bei Einnahme, Bakterien abgetötet. Folgen einer Antibiose (einer Behandlung mit Antibiotika) sind neben einem Ungleichgewicht der mikrobiellen Besiedelung der Darmflora, häufig auch gastrointestinale Beschwerden, wie Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Durchfälle und Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Weiterhin können Sodbrennen, abdominale Schmerzen, Meteorismus und gelegentlich auch Verstopfung auftreten.

Neben den Antibiotika gibt es noch weitere darmschädigende Medikamente wie PPI (Protonenpumpeninhibitoren=Magensäureblocker), NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika = schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente, wie Cortison), Zusatzstoffe (Farb- und Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker) und z.B. auch Fluoridverbindungen in Zahnpasta oder Abführmittel.

Irritationen und Schleimhautdefekte sind die Folge von dauerhafter Fäulnis und Gärung oder Pilzbefall durch eine Dysbiose (Fehlbesiedelung).

Die Darmschleimhaut hält schließlich nicht mehr dicht und verliert damit ihre lebenswichtige Kontrollfunktion. Man spricht dann von intestinaler Permeabilität, einer gestörten Durchlässigkeit der Darmschleimhaut - "Leaky-Gut-Syndrom" (leaky gut = der lecke, undichte Darm).

Dadurch erwächst das Risiko eines unkontrollierten Einstroms von "Antigenen" in den Blutkreislauf. Unter Antigenen versteht man Stoffe, die eine Reaktion des Immunsystems auslösen, das daraufhin Antikörper bildet, um Krankheitserreger abwehren zu können. Ist die natürliche Barrierefunktion der Darmwand einmal leck, können unerwünschte Stoffe oder Krankheitserreger ungehindert in die Blut- und Lymphbahn eindringen, was zu einer "Selbstvergiftung" des Körpers führt. Als Folgeerescheinungen können neben einer Belastung der Leber (u.a. zuständig für die Entgiftung des Körpers), Migräne, Blutdruckschwankungen, Gelenkbeschwerden, Hauterkrankungen oder auch psychische Veränderungen auftreten. Eine weitere, sehr häufige Begleiterscheinung ist, dass verschiedene Nahrungsmittel nicht mehr vertragen werden, Lebensmittelintoleranzen und Allergien sind geboren.


Für eine optimale Therapie ist eine Stuhldiagnostik unumgänglich- ich freue mich darauf Sie zu begleiten!

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