Histaminintoleranz (HIT)

Aktualisiert: 3. Apr 2020

Histamin spielt eine zentrale Rolle bei allergischen Reaktionen.

Es ist ein Gewebshormon, ein Neurotransmitter und ein Entzündungsvermittler für allergische und pseudoallergische Reaktionen (=Unverträglichkeitsreaktion ohne nachweisbare Immunreaktion durch Antikörper). Histamin kommt natürlicherweise in einigen Zellen unseres Verdauungstraktes vor, es wird in kleinen, in der Zelle gelegenen Bläschen (Vesikeln) gespeichert, um dann bei Bedarf freigesetzt zu werden. Die Histamintoleranz basiert entweder auf einer Unvertäglichkeit von histaminreichen Nahrungsmitteln, kann aber auch durch endogen freigesetztes, also körpereigenes Histamin entstehen. Desweiteren ist die Freisetzung von Histamin nach Infektion mit dem Helicobacter pylori zu beobachten.

Histamin wird durch bestimmte Darmbakterien gebildet, so können beispielsweise entartete Colibakterien und Clostridien aus histaminfreien Lebensmitteln wie z.B. Linsen, im Rahmen eines Fäulnisprozesses, Histamin entstehen lassen. Das gelingt diesen Bakterien auch mit jedem anderen Eiweiß, das wir über die Nahrung zu uns nehmen.

Durch den mikrobiellen Stoffwechsel können so in vielen Lebensmitteln nennenswerte Mengen an Histamin entstehen.

Histamin darf dennoch nicht ausschließlich als "schlecht" angesehen oder nur mit Allergien oder Unverträglichkeiten assoziiert werden, denn Histamin ist ein wichtiges sogar lebenswichtiges Gewebshormon, das für bestimmte Körperfunktionen im Bereich der Blutgefäße, der Bronchien oder der Gebärmutter enorm wichtig ist. Histamin ist also in gewisser Weise sehr wichtig für uns, es darf nur nicht zu konzentriert in uns vorliegen.

Ursache für ein Zuviel an Histamin ist entweder ein Mangel an histaminabbauenden Enzymen wie DAO (Diaminoxidase) und HNMT (Histamin-N-Methyltransferase) oder ein Missverhältnis zwischen der aufgenommen Histaminkonzentration und den Enzym-Aktivitäten, ist also verursacht durch ein Ungleichgewicht zwischen anfallendem Histamin und dessen Abbau. Bei unzureichender Inaktivierung von mit der Nahrung aufgenommenem Histamin durch Enzymmangel können viele Beschwerden in den verschiedensten Organsystemen hervorgerufen werden.

So kann etwa eine Mahlzeit mit Speck, Käse und einem Glas Rotwein so viel Histamin in den Körper schleusen, dass dieser mit Bauch- und Kopfschmerzen, Blähungen, Durchfall, niedrigem Blutdruck, Herzklopfen bis hin zu Arrhythmien, laufender Nase, Juckreiz bis Quaddeln, Husten bis hin zu Asthmaanfällen, reagiert.

Hohe Werte treten oft bei lange reifenden oder lagernden Lebensmitteln auf, wie etwa Fleisch- oder Fischkonserven, Dauerwurst, Räucherfleisch, Käse mit langen Reifezeiten (Camembert, alter Gouda, Schimmelkäse, Emmentaler, Bergkäse, Alpenkäse, Parmesan), Sauerkraut, Essig, Wein, Tomaten (auch in Ketchup), Milchersatzprodukte (wie z.B. Sojamilch oder Hafermilch), Schokolade, Energy-Drinks, schwarzer Tee etc.

Bei einigen Patienten tritt eine HIT nach dem Verzehr von Erdbeeren, Zitrusfrüchten, Hülsenfrüchten (Soja, Bohnen etc.), oder Meeresfrüchten auf. Auch der Geschmacksverstärker Glutamat steht im Verdacht die körpereigene Freisetzung von Histamin auszulösen. Darüber hinaus können Alkohol sowie verschiedene Medikamente den Histaminabbau hemmen, dazu zählen Röntgenkontrastmittel, Antidepressiva, Antibiotika, Betäubungsmittel, Zytostatika, Diuretika, Schmerzmittel, Antiarrhythmika und viele weitere mehr.


Mithilfe einer Stuhlanalyse können wir alle wichtigen Parameter bestimmen, um eine auf Sie persönlich abgestimmte Therapie zu entwickeln- ich unterstütze Sie gerne dabei!



38 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

HPU/KPU